Blitzsynchronisation

    • Hallo Friedhelm,

      habe eben die von Dir vorgeschlagene Lösung ausprobiert.... und um es vorweg zu nehmen: Geht nicht!

      Wir hatten gerade folgende Idee besprochen:
      Man setzt auf die Kamera einen 540FGZ ( I oder II ) und stellt diesen auf HSS.
      Dann schließt man über die Synchronbuchse der Kamera einen Funkauslöser an bzw. verbindet ein HSS-fähiges Studioblitzgerät direkt per Kabel.
      Die Idee dahinter war, das vielleicht der Synchronanschluss dann auch zum "richtigen" HSS-Zeitpunkt auslöst.
      Tut er aber nicht! Der Synchronanschluss löst überhaupt nur bis zur 1/125s aus. Geht man auf kürzere Zeiten, löst er gar nicht mehr aus!

      Viele Grüße,
      Michael
    • Hallo Zusammen,

      ich habe zu dem Thema am Wochenende die Cactus V6 II Wireless Flash Transceiver an verschiedenen Kameras getestet. Hier gehe ich aber (fast) nur auf die 645z ein.

      Hier der Link KLICK:

      Die Systeme werden u.a. über Ringfoto vertrieben. In der Ringfoto Gruppe sind die meisten Händler Mitglied.

      HSS Mode
      Die Cacutus Transceiver sind gleichzeitig Sender und Empfänger. Über einen kleinen Schiebeschalter kann man dem System sagen in welchen Modus es arbeiten soll. Das Besondere an dem Cactus System ist, das es ein sogenanntes Cross Triggering System ist. Das bedeutet ich kann von einer Pentax 645z einen Nikon/Canon/Fuji/Olympus/Panasonic kompatiblen Systemblitz ansteuern und mit HSS bis 1/8000s synchronisieren (645z logischerweise nur bis 1/4000s). Das System steuert die angeschlossenen Systemblitze via TTL an und übersetzt automatisch zwischen den verschiedenen Herstellern. TTL Befehle werden von der Kamera abgefangen und im Sender entsprechend verändert. Wer natives TTL verwenden möchte (mache ich nie), kann den Cactus in den TTL Passthrough Mode schalten. Dann wird z.B. ein Canon E-TTL Signal unangefasst durchgeschleift, bedingt dann aber auf der anderen Seite auch einen Canon E-TTL kompatiblen Blitz.

      Die Steuerung der Blitzleistung und die Einstellung der Reflektorbrennweite an den jeweiligen Systemblitzen kann per Funk vom Cactus Sender bequem aus der Ferne individuell für jede Blitzgruppe gesteuert werden. Es gib 16 Kanäle, vier Blitzgruppen und pro Blitzgruppe kann man noch Geräte ID´s von 0 -1000 vergeben. Es gibt also genug Einstellungsmöglichkeiten um Dritte nicht zu stören/behindern.

      Anbei zwei Test-Bilder – mit EXIF Daten - von der 645z und Nikon kompatiblen Systemblitzen gegen einen weißen Hintergrund.

      90mm, F2.8, 1/4000s


      90mm, F22, 1/4000s. Bei der eingestellten Blende/Verschlusszeit reicht natürlich die Leistung im HSS Mode von kleinem Systemblitzen nicht mehr (Bild dunkel).


      Die Cactus Systeme arbeiten mit sogenannten Blitzprofilen. Das bedeutet dass für jeden Systemblitz der verschiedenen Hersteller Blitzprofile sich in der Firmware befinden. Ist dort ein TTL Blitz nicht aufgeführt kann das Cactus System automatisch im Lern-Profil-Modus ein Profil erstellen. Dazu stellt man den Systemblitz in einem Meter Entfernung von einer weißen Wand und startet am Cactus das Lernprogramm.

      Der Cactus feuert dann verschiedene Sequenzen mit unterschiedlichen Leistungen ab, misst die Lichtmenge und speichert das Ergebnis ab. Das Ergebnis kann man sich dann im Blitz-Profileditor (Software ist kostenlos) auch anschauen und verändern.


      Neu erstellte Blitzprofile lassen sich per Knopfdruck via Funk auf die anderen Cactus Systeme ohne Probleme übertragen. Man muss sich also keine Gedanken machen welcher Transceiver gerade welche Blitzprofile enthält.

      Für Leute die auf den zweiten Verschlussvorhang auslösen möchten (wenn es die Kamera nicht kann) hat der Cactus einen Delaytimer der um den jeweils eingestellten Zeitraum verzögert. Der Delaytimer lässt sich aber auch noch für viele andere Dinge einsetzen, aber das führt hier jetzt zu weit.

      SuperSync

      SuperSync, HyperSync oder wie der jeweilige Hersteller es gerade mal nennt können die Cactus Systeme auch. Bei Cactus heißt es dann PowerSync. Meine Hensel Blitze gehen dafür leider nicht, weil die einfach zu schnell abbrennen. Aber ich habe noch zwei Jinbei MSN 600V (weil ich ab und zu einen Bowens Anschluss brauche), die brennen langsam genug ab und haben auch einen SuperSync Mode. Leider habe ich keine passenden Blitzsynchronkabel für die Kombination Cactus/Jinbei im Hause gehabt. Die Kabel sind aber bestellt und ich werde berichten. Ich bin aber guter Dinge, weil der Regelbereich für das Timing am Cactus ziemlich groß ist.





      Was mir sonst noch auf die Schnelle so aufgefallen ist.
      Die Cactus Transceiver haben einen eingebetteten ¾“ Stativgewindeanschluss. Je nach dem was ich gerade machen möchte, brauche ich also nicht unbedingt einen Systemblitzhalter.


      Die Cactus Transceiver können auch zur Fernsteuerung der Kamera verwendet werden. Dazu wird einfach ein Cactus System auf Empfänger gestellt und mit einem Fernauslösekabel für die jeweilige Kamera verbunden. Das zweite Cactus System wird dabei einfach auf Sender gestellt und fungiert dann praktisch als Handsender zum Auslösen. Im Bulb Mode ist mir positiv auf gefallen, dass wenn man den Auslöser des Cactus mehr als zwei Sekunden drückt sich der Auslöser automatisch verriegelt. Erneutes drücken entriegelt dann also wieder den Auslöser. Das ist dann etwas angenehmer bei Langzeitbelichtungen. Weiterhin können mit dem Verfahren auch gleichzeitig diverse Blitze sowie weitere Kameras unterschiedlicher Hersteller ausgelöst werden.


      Die Reichweite habe ich grob getestet und sie beträgt tatsächlich mind. 100m (bei offener Strecke). Allerdings musste ich dazu die Empfangs- und Sendeleistung der jeweiligen Cactus Systeme hochdrehen.


      Die Cactus Transceiver können auch im Multimaster Mode arbeiten. Dabei habe ich dann ein oder mehrere Sender für ein oder mehrere Empfänger. Man kann z.B. mit zwei verschiedenen Kameras arbeiten, diese einfach wechseln ohne jedes Mal das ganze Geraffel am Blitzschuh umstecken zu müssen.

      Der USB Anschluss an den Cactus Systemen kann neben Firmware Updates auch zur Dauerstrom Verbindung verwendet werden. Ich habe es probiert, es geht aber ob das jemand braucht muss jeder für sich selbst entscheiden.


      Kamerasysteme:
      Getestet habe ich Pentax, Nikon und Sony. Pentax und Nikon waren mit dem Cactus System dazwischen und diversen Komponenten absolut interoperabel. Die Sony natürlich nicht (das wusste ich aber schon vorher), weil Sony über den Blitzschuh seinen Multiterminal Adapter benötigt. Dafür gibt es eine spezielle Sony Version von Cactus zu kaufen. Was ich allerdings nicht weiß, ob so ein Cactus Sony Sender/Empfänger kompatibel zu den Standard Cactus Systemen ist. Eine entsprechende Anfrage von mir ist bis jetzt noch unbeantwortet geblieben. Ich werde mir auf jeden Fall die Sony Cactus Version nicht kaufen um es selber herauszufinden.

      Ich hoffe für den ein oder anderen sind ein paar brauchbare Informationen dabei und wenn die Blitzsynchronkabel bei mir ankommen, schreibe ich auch noch etwas zum SuperSync.

      Gruß Gerd

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    • Hallo Zusammen,

      die benötigten Blitzsynchronkabel um den Cactus V6 II zusammen mit den Jinbei MSN 600V Studioblitzen zu testen, sind am Freitag angekommen. Benötigt wurde 3.5 Klinke auf 3.5 Klinke 30 cm. Hatte ich so in der Konstellation nicht, hätte ich selber löten können aber ich hatte auf Basteleien einfach keine Lust.

      Beim SuperSync werden ja im Gegensatz zu HSS keine hochfrequenten Dauerblitze abgegeben (also eine Art Dauerlicht), sondern es wird nur einmal geblitzt. Ziel ist es einen möglichst langsamen abbrennenden Blitz zu verwenden der sich noch unterhalb der nativen Geschwindigkeit des Verschlussvorhangs des Schlitzverschlusses befindet.

      Die native Geschwindigkeit eines Schlitzverschlusses entspricht ca. der max. Blitzsynchronzeit/Verschlusszeit. Als Faustformel kann man auch nehmen max. Verschlusszeit geteilt durch 32.

      Bei der 645Z wäre das 4000:32=125 bei einer KB Kamera mit1/8000s max. Verschlusszeit dann 8000:32=250.

      Zum Verständnis nochmal - wenn die Verschlusszeit über die native Geschwindigkeit des Schlitzverschlusses angehoben wird bewegt sich der Vorhang nicht schneller, sondern der Schlitz wird nur kleiner.

      Ein Blitz brennt in einer Kurve ab.



      Diese Blitzkurve muss beim SuperSync langsamer abbrennen als die max. native Geschwindigkeit des Schlitzverschlusses um auf den Sensor Licht abgeben zu können während sich der Schlitz über den Sensor bewegt. Cactus gibt an das alle Blitze für SuperSync bzw. PowerSync mit einer Abbrennzeit von 1/100s geeignet sind. Es geht also nur um das Timing.

      Setup:
      1.) Den Jinbei MSN 600V, durch gleichzeitiges drücken der Tasten Fotozelle und Einstelllicht in den SuperSync Modus versetzen. Der Jinbei hat dann nur noch einen Regelbereich von 1/1 bis 1/16 (logisch bei 1/128 würde er dann zu schnell abbrennen).

      2.) Den Cactus am Jinbei mit dem Blitzsynchronkabel verbinden, auf Empfänger stellen und im Flash Setup "Auto" oder "Manuell" einstellen.

      3.) Den Cactus an der 645z auf Sender stellen und im Camera System Pentax sowie im Flash Setup wieder "Auto" oder "Manuell" einstellen.

      4.) Kamera über die max. Blitzsynchronzeit stellen und den Modus PowerSync (SuperSync) wählen.

      Timing:
      Der Blitz muss vom Cactus vor der eigentlichen Aufnahme gezündet werden und die Abbrennkurve während der gesamten Belichtungszeit nutzen zu können. Der Timing Regelbereich beim Cactus geht von 0 bis zum Wert 32.

      Timing Wert 11. Der obere Verschlussvorhang ist oben im Bild noch deutlich zu sehen.


      Timing Wert 12. Der obere Verschlussvorhang ist nicht mehr zu sehen.


      Timing Wert 16.


      Ab dem Timing Wert 20 erscheint der untere Verschlussvorhang im Bild.


      Der Regelbereich für das Timing beim Jinbei in Verbindung mit dem Cactus und der 645z ist also ~ von 12-19. Der Helligkeitsverlauf der dabei im Bild entsteht, immer von unten nach oben weil sich der Schlitzverschluss in diese Richtung bewegt, ist zwingend durch die Abbrennkurve des Blitzes.

      Am besten jetzt auf einen grauen Hintergrund belichten.Dann abblenden damit nicht alles weiß wird und der Verlauf besser zu sehen ist. Anschließend den verwendbaren Timing Regelbereich von 12-19 nutzen um den Verlauf mit Hilfe des Histogramms zu optimieren/minimieren. Der dann ermittelte Wert gilt für alle Verschlusszeiten (die native Geschwindigkeit des Vorhangs ist ja immer gleich) oberhalb der Blitzsynchronzeit.


      Bei beiden Verfahren - HSS und SuperSync - wird gleichviel Blitzleistung auf den Vorhang verschwendet, nur habe ich bei Studioblitzen mit SyperSync in der Regel mehr Leistung zur Verfügung als mit Systemblitzen die im HSS Modus arbeiten. Beide Verfahren sind ungeeignet umschnelle Bewegungen mit Licht einzufrieren.


      Gruß Gerd
    • Ich beschäftige mich gerade mit technischen Details von der GFX. Wenn die technischen Zeichnungen nicht komplett falsch sind, dann läuft der 2. Vorhang bei der Kamera von oben nach unten. Das würde mit Bezug auf das blitzen mit SuperSync, PowerSync oder wie immer es der jeweilige Hersteller gerade nennt bedeuten, das der zwingende Helligkeitsverlauf im Bild von oben nach unten verläuft und nicht umgekehrt - wie bisher. Das macht es angenehmer, denn nichts ist blöder als ein Porträt das im Gesicht dunkler ist als auf der Brust. In ein 2 - 3 Wochen weiß ich es genau, dann habe ich das System für ein paar Tage zum testen.

      Gruß Gerd

    • Neu

      Hallo,

      ist es dann eigentlich auch möglich, den Cactus auf der Kamera zu haben, auf diesen dann nochmal bspw. einen Yongnuo Funkauslöser zu stecken und mit diesem dann mit HSS einen Fremdblitz auszulösen?

      Somit würde man mit nur einem Cactus auskommen.

      Vielen Dank für eure Antwort!
      Schöne Grüße,
      Flo
    • Neu

      Ja funktioniert.
      Funktioniert dann genau so wie ich mir es schon seit erscheinen der Z gewünscht habe und das man ganz leicht über die Firmware realisieren könnte. Die Fuji macht es vor, da kann man auf den gruseligen Auslöseraufbau verzichten ;)
    • Neu

      Ja sehr lässig!

      Geht aber erst ab Cactus V6 ii oder?

      Naja der Auslöseraufbau ist ja zu verkraften, hauptsache es geht bei Pentax und man muss nicht immer neidisch auf die anderen Systeme blicken.

      Wenns bei der 645 geht sollte es doch bei der K3 und der K1 auch gehen oder?

      Danke für die Info,
      schönen Sonntag noch,
      Flo